
Über unsere MITRADLER i ( I )NNEN
Rastlos vorwärts
musst du streben
nie ermüdet stille steh'n
willst du die Vollendung seh'n.
Friedrich Schiller
So seh' ich sie heute noch auf ihren Rädern vor mir, so als ob sie sich Schillers Spruch tief in ihr weibliches Herz geschrieben hätten. Richtig, von unseren unermüdlichen, tapferen Mitradlerinnen ist die Rede. Jenen mit dem kleinen i, dass sie als eindeutig weiblich auszeichnet. Nicht jene mit dem großen I, In der sie wohl gegendert, aber doch nur ein Teil der Gruppe wären. Ist nicht so das kleine i das wahrhaft Große, weil sich da kein männlicher Anteil hineinmischt. Beschämt das kleine i nicht das große I , das eher einen Hauch von Geschlechtslosigkeit , von Indifferenz andeutet. Gleichmacherei heißt leider nicht Gleichberechtigung . Genug gegendert ?
Vor den Vorhang der alphabetischen Reihenfolge (diese enthebt mich des Dilemmas , das schon Paris als Auslöser des Trojanischen Krieges zu bewältigen hatte) nach :
Ertel Waltraud , Wien - Jerusalem
Handler Dr.Irmgard , Konya - Jerusalem
Mayr Zäzilia , Wien - Konstantinopel
Schwandl Elfriede , Wien - Jerusalem
Gleich vorweg, wenn wir Männer geglaubt haben, dass wir den Frauen wenigstens in einem Punkt überlegen sind, nämlich was Muskelkraft und Ausdauer anbelangt, so wurden wir auch diesbezüglich auf dieser Reise entzaubert. Es scheint fast wie ein Rätsel,wenn ein "Leichtgewicht" wie es beispielsweise Waltraud ist, eine solche Riesenstrecke mit einer derartigen Bravour bewältigt, wir nicht selten in Irmgards Windschatten fuhren. "Zilli" uns nicht nur per Fahrrad, sondern auch per Rollerskate(Frauen-)power demonstrierte und Elfi immer im Spitzenfeld und auf den vorderen " Bergwertungsplätzen" anzutreffen war. In den "Gegenständen" Teamfähigkeit und Kommunikation waren sie uns schon allein geschlechtsbedingt überlegen.Was mich aber besonders verwunderte , immerhin habe ich selbst einmal in meiner Steuerberatungskanzlei jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Damenteams gesammelt. War die wunderbare Harmonie, die zwischen ihnen ganz offensichtlich herrschte. Ihre gegenseitige Unterstützung stand einer besten männlichen Kameradschaft um nichts nach. Sollte einmal eine von ihnen in ein Stimmungsloch gefallen sein, so waren die anderen sogleich zur Stelle, um sie "aufzufangen". Ich kann mich nicht erinnern , je ein schöneres Beispiel weiblicher Kamerad -, oder sollte ich sagen Freundschaft vorgelebt bekommen zu haben. Schon aus diesem Grund konnte auch der Tagebuchschreiber an euch Vieren nicht vorbeigehen ,ohne dies schriftlich festzuhalten.
Dieter Zumpfe
Auszug aus Dieter's Tagebuch
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